Policies

JöH Talks Policy

Anträge während der Generalversammlung der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen im Februar 2018, demokratisch von den Mitgliedern der JöH, beschlossen.

Vorfrage: Wo sich ein Antrag auf Mitglieder der JöH oder die JöH selbst bezieht, ist die Definition im Sinne unserer Statuten gemeint. Das ist nachträglich ebenso wie gendergerechte Sprache und Grammatik zu berichtigen.

Antrag:
1. Die JöH hat eine Reihe an Grundwerten

Begründung:

  1. Die JöH ist die demokratisch legitimierte Vertretung Jüdischer österreichischer HochschülerInnen in Österreich im Sinne unserer Statuten.
  2. Als solche leistet sie Arbeit in drei Gebieten: Politik, Kultur und Studierendenleben, dabei soll sie von einer Reihe an Grundwerten geleitet werden, diese werden demokratisch beschlossen.
  3. Die Grundwerte sind keine tagesspezifischen Entscheidungen, sondern Leitlinien an denen sich der Vorstand orientieren soll.

Antrag:
1. Inklusivität ist ein Grundwert der JöH

Begründung:

  1. Die JöH ist eine Organisation die für alle Jüdischen österreichischen HochschülerInnen im Sinne unserer Statuten offen ist und sich für sie einsetzt. Dabei spielt Herkunft, sexuelle Orientierung, politische Einstellung, Identität und Art des Judentums keine Rolle.
  2. Die JöH sieht sich verpflichtet das Judentum auch Freunden und Freundinnen der jüdischen Gemeinschaft näherzubringen. Die JöH sieht darin einen wichtigen Bildungsauftrag, der Vorurteile abbauen soll. Deshalb sollten alle JöH-Veranstaltungen prinzipiell auch Freunde und Freundinnen der jüdischen Gemeinschaft und allen interessierten Personen offen sein.

Antrag:
1. Peer-Leadership ist ein Grundwert der JöH

Begründung:
1. Die JöH soll eine Organisation für junge jüdische Erwachsene sein. Daraus folgend sollten alle Entscheidungen, sowie die Organisationen all dieser Programme von jungen jüdischem Erwachsenen durchgeführt und getroffen werden. Die Veranstaltungen der JöH sollten sich primär an diese Menschen richten.

Antrag:
1. Demokratie ist ein Grundwert der JöH.

Begründung:
1. Die JöH glaubt, dass demokratische Entscheidungen von zentraler Bedeutung sind. Deshalb sollen alle entscheidenden Ämter, darunter der Vorstand demokratisch von jungen Jüdinnen und Juden gewählt werden. Alle wichtigen Entscheidungen müssen letztendlich von demokratisch legitimierten Personen entschieden werden. Wenn möglich soll die Politik der JöH von ihren Mitgliedern demokratisch beschlossen werden.

Antrag:
Zionismus ist ein Grundwert der JöH.
Die JöH definiert den Zionismus für sich folgendermaßen:

Begründung: [Was ist Zionismus? Warum soll eine österreichische Vertretung überhaupt zu Israel Position beziehen?]:

  1. Zionismus heißt Selbstbestimmung.
    Zionismus bedeutet für uns, der Glaube an das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner historischen Heimat, und dem einzigen jüdischen Staat der Welt, Israel.
  2. Eine österreichische Staatsbürgerschaft und jüdische Identität schließen einander nicht aus. JüdInnen wird seit Jahrtausenden eine “doppelte Loyalität” vorgeworfen. Wir halten es für selbstverständlich, sich mehreren Wertesystemen oder Herrschaftsverbänden gleichzeitig zugehörig fühlen zu können. Jede Minderheit hat dieses Recht. Es ist aus unserer Sicht vollkommen unbedenklich, dass sich österreichische Staatsangehörige auch einem anderen Staat zugehörig fühlen, sei es auf Basis einer Doppelstaatsbürgerschaft, aus religiösen Gründen (etwa als katholische Person gegenüber dem Vatikan, oder als russisch-orthodoxe Person gegenüber Russland), aufgrund der Volkszugehörigkeit (etwa als Mitglied der slowenischen Minderheit gegenüber Slowenien), der Abstammung (etwa als Nachkomme türkischer oder serbischer Einwanderer), oder aus anderen Gründen. Österreichisch zu sein erfordert unseres Erachtens nicht Exklusivität. Im Gegenteil, die Vorstellung der Notwendigkeit eines national vollkommen homogenen Nationalstaates, halten wir für höchst problematisch. Wir halten es nicht für notwendig zu entscheiden, in welchem Rang eine Person sich zu der einen oder anderen Identität bekennt. Insofern kann jede Person selbst entscheiden ob sie zuerst jüdisch, und dann österreichisch ist, oder umgekehrt, oder sich diese Frage gar nicht stellt.
  3. Wir glauben an das Selbstbestimmungsrecht für jedes Volk. Dass Juden ein Volk sind ist unumstritten. Kein Volk muss sein Recht auf Selbstbestimmung rechtfertigen. Angehörige eines Volkes können dieses Recht als Minderheit in einem, oder mehreren Staaten, aber auch als Mehrheit in einem, oder mehreren Staaten alternativ oder gleichzeitig ausüben.
  1. Wir glauben, dass das jüdische Volk einen Staat benötigt um sein Selbstbestimmungsrecht auszuüben. Dieses Recht als Mehrheit zumindest in einem Staat ausüben zu können, halten wir gerade dort für wichtig, wo ein Volk nicht ohne systematische Verfolgung als Minderheit existieren kann. Die Geschichte hat gezeigt, dass JüdInnen in keinem Staat der Welt über längere Zeit hinweg ohne systematische Diskriminierung und Verfolgung existieren konnten. Obwohl es JüdInnen heute auch außerhalb Israels so gut geht wie wohl noch nie in der Geschichte zuvor, hält das Phänomen des Judenhasses an, und es ist nicht abzusehen, wann dieser Hass wieder dazu führt, dass die Notwendigkeit eines Zufluchtsortes für JüdInnen unabdingbar wird. Ein Zufluchtsort, welcher nach Gutdünken JüdInnen abweisen, oder etwa auf Basis erschöpfter Quoten ablehnt, ist kein geeigneter Zufluchtsort. Es braucht daher einen jüdischen Staat als bedingungslosen Zufluchtsort für alle verfolgten JüdInnen. Die Geschichte hat auch gezeigt, dass sich das jüdische Volk nicht auf andere Staaten verlassen darf, wenn JüdInnen verfolgt werden. Es braucht daher auch einen Staat, welcher aktiv den Schutz über jüdische Minderheiten außerhalb des jüdischen Staates ausüben kann. Aus diesen beiden Gründen, halten wir die Existenz eines jüdischen, unabhängigen und militärisch wehrhaften Staates für unerlässlich.
  1. Der jüdische Staat ist der Staat Israel.
    Es ist eine Realität, dass es nur einen jüdischen Staat auf der Welt gibt. Wenn man dem jüdischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung zugesteht, und auch die Notwendigkeit eines jüdischen Staates anerkennt, lässt sich nur darüber diskutieren wo dieser Staat liegen soll. Da nur der Staat Israel als jüdischer Staat existiert, wäre jede Diskussion über einen anderen jüdischen Staat eine hypothetische. Wir halten es auch für richtig, dass der jüdische Staat in Israel liegt. Dort ist das historische Siedlungsgebiet des jüdischen Volkes, aus welchem es wiederholt vertrieben wurde, aber auch stets über die Jahrtausende hinweg eine immerwährende Präsenz behielt, und auch in der Diaspora in jeder Generation die Hoffnung auf eine Rückkehr nie aufgab. Jeder Staat welcher nach den historischen jüdischen Staaten auf dem Gebiet des heutigen Israel existierte, war per Selbstdefinition eine Fremdherrschaft. Dies trifft auf Babylonien, Persien, Ptolomäer, Seleuziden, Rom, Byzanz, die Kalifate, Kreutzfahrer, Mongolen, Mamluken, Ottomanen und Briten, kurz alle seitherigen Herrscher zu. Kaum ein anderes Volk hat eine solch intensive historische sowie spirituelle Beziehung zu ihrem Land wie das Jüdische zum Staat Israel.
  2. Zionismus sagt nichts über die Rechte anderer Völker aus.
    Der Glaube an die Notwendigkeit der Existenz des jüdischen Staates in Israel, schließt weder aus, dass Minderheiten anderer Religionen und Völker, ob indigen oder erst zugezogen, ob historisch oder neu definiert, ein integraler Bestandteil des Staates Israel sind, noch dass andere Staaten auf Teilen des historischen oder heutigen Gebiets des jüdisches Staates etabliert sind oder etabliert werden. Zionist zu sein, widerspricht insbesondere weder den Rechten einer palästinensisch-arabischen Minderheit in Israel, noch der Existenz eines palästinensisch-arabischen Staates neben Israel, sondern nur der Forderung nach der Existenz eines palästinensisch-arabischen Staates, ohne dass der jüdische Staat Israel daneben existieren darf.
  3. Israelische Geschichte und Politik.
    ZionistIn zu sein, sagt nach unserer Auffassung auch nichts über eine Bewertung der Entstehung des heutigen Staates Israel, seiner Kriege und anderen militärischen Auseinandersetzungen, seiner Außen- oder Innenpolitik aus. Zionismus lässt sich mit Kritik an jedem dieser Aspekte vereinbaren.
  4. Antizionismus
    Wir halten es für absurd, für ein Selbstbestimmungsrecht eines palästinensisch-arabischen Volkes in einem eigenen Staat einzutreten, während jenes des jüdischen abgelehnt wird. Es ist jedem Mitglied der JöH unbenommen so zu denken, wir als Organisation lehnen aber eine solche Haltung ab.
  5. Diaspora: Wir leben gerne in Österreich.
    Wir sind JüdInnen die in Österreich studieren, die meisten auch österreichische Staatsangehörige. Wir sind uns der langen Geschichte des Judentums in Österreich bewusst. Viele von uns sind stolz auf die Beiträge die JüdInnen hier geleistet haben, ob in Kultur, Wissenschaft oder anderen Bereichen. Wir sind uns aber auch bewusst, dass die Geschichte des Judentums in Österreich maßgeblich von Verfolgung, Ausgrenzung und schließlich der Shoah geprägt ist. Auch sind viele von uns hier regelmäßig mit Antisemitismus und einem für uns kränkenden Umgang mit der Shoah konfrontiert. Manche kämpfen damit ihre jüdische mit ihrer österreichischen Identität zu vereinbaren. Als JüdInnen könnten wir jederzeit nach Israel, als EuropäerInnen in andere Länder Europas emigrieren, und trotzdem leben wir hier. Wir leben in Österreich weil wir es wollen, und somit für jede und jeden von uns die Gründe hier zu bleiben gegenüber den Gründen zu gehen überwiegen. Viele von uns wollen die Tradition des Judentums in Österreich, insbesondere seiner Blütezeit, und als Studierende, vor allem die intellektuelle, weitertragen. Wir sind uns daher bewusst, dass wir auch als Zionisten die Geschichte und Präsenz des Judentums außerhalb Israels, und insbesondere in Österreich, als etwas Wertvolles empfinden.
  6. Das Verhältnis von Zionismus zur Diaspora: Die Existenz jüdischen Lebens außerhalb von Israel ist genauso grundlegend wie die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes in einem eigenen Land. Dieses dialektische Verhältnis stellt keinen Widerspruch dar sondern drückt nur die Realität aus, dass beide Existenzen einander bedingen, und die JöH es jedem selbst überlässt inwiefern er nur das eine oder das andere, oder beides unterstützen möchte.
  7. Konkret bedeutet das, dass die JöH Programme veranstalten soll, die jüdische Studierende in ihrer jüdischen Identität stärken indem der Austausch mit Israel und die Beschäftigung mit zionistischen Ideen gefördert wird, aber auch Informationen über Israel und Zionismus an die österreichische Gesellschaft weitergegeben werden.

Antrag: Ein Grundsatz der JöH lautet „Werte über Interessen“.

Antrag:
1. Die JöH boykottiert die FPÖ und all ihre Vorfeld- und Umfeldorganisationen (ab jetzt „FPÖ“).
2. Die JöH führt keine Gespräche mit VertreterInnen der FPÖ.
3. Die JöH sitzt grundsätzlich auf keinem Podium mit VertreterInnen der FPÖ, und Vertritt die Position, dass man Rechtsextremismus keine Bühne geben sollte.
4. Die JöH nimmt grundsätzlich an keinen Veranstaltungen teil, die durch die FPÖ oder eines der von ihr geführten Ministerien veranstaltet, organisiert oder in der diese an maßgeblicher Art und Weise teilnehmen.
5. Punkt 4. gilt insbesondere auch für Gedenkveranstaltungen.
5a. Insbesondere setzt sich die JöH dafür ein, alternative Gedenkveranstaltungen zu veranstalten.
6. Die JöH setzt sich für einen internationalen Boykott der FPÖ und der von ihr geführten Ministerien ein und unterstützt den Boykottaufruf European Grassroots Antirassist Movement (EGAM).
7. Die JöH setzt sich dafür ein, dass der Staat Israel an seinem FPÖ-Boykott festhält.

Begründung:
1. Die FPÖ ist inhärent antisemitisch, rassistisch, sexistisch und kann somit kein Partner der JöH sein.
2. Sowohl die unglaubliche Flut an Einzelfällen, als auch die enge Verstrickung mit deutschnationalen Burschenschaftern, sowie die persönlichen Biographien und Aussagen führender Köpfe zeigen, warum die FPÖ antisemitisch und rassistisch ist.

Antrag:
1. Die JöH boykottiert BDS und all ihrer Partnerorganisationen.
2. Die JöH führt keine Gespräche mit VertreterInnen von BDS,
3. sitzt auf keinen Podium mit VertreterInnen der BDS.
4.nimmt an keinen Veranstaltungen teil, die durch BDS oder eine ihrer Partnerorganisationen veranstaltet werden.
5.und setzt sich dafür ein BDS aus Universitären Strukturen zu drängen.
6. Gleichzeitig haben jedoch nicht-zionistische eingestellte junge Jüdinnen und Juden immer einen Platz in der JöH und können und sollen bei allen Events und Veranstaltungen vertreten sein.

Begründung:
1. BDS ist eine antisemitische Bewegung, die jüdische Studierende belästigt weil sie jüdisch sind.
2. Im Präsidium von BDS sitzen die beiden Terrororganisationen PFLP und Hamas.
3. Die Wiener BDS-Bewegung geht aus der Dar al Janub Gruppe hervor, die schon einmal eine Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom stürmte während ein Shoah-Überlebender sprach.
4. Insbesondere der akademische Boykott, zu dem BDS aufruft erinnert an längst vergessen geglaubte Zeiten.
5. BDS arbeitet mit Doppelstandards, Delegitimierung und Dämonisierung arbeitet und ist daher eindeutig antisemitisch.

Antrag:
1. Die JöH sieht es als ihre Aufgabe gelegentlich israelische Politik zu bewerten.

Begründung:
1. Die Bewertung israelischer Politik zählt nicht zu den Hauptaufgaben der JöH.
2. Da wir eine zionistische Organisation sind, haben wir aber ein großes Interesse am Handeln des Staates Israel.
3. Wenn dieses Handeln von uns als besonders positiv oder negativ erachtet wird, und wir es als notwendig erachten unsere Ansicht zu äußern, können wir das tun. Wir sind eine leise Stimme der Zivilgesellschaft unter vielen, aber aus Sicht des Staates Israels, als eine unabhängige Organisation studierender JüdInnen in der Diaspora, eventuell keine uninteressante.
4. Wir sehen uns insbesondere dann berufen, uns zu israelischer Politik zu äußern, wenn diese Österreich oder unsere Grundwerte tangiert.

Antrag:
1. Die JöH sieht es als ihre Aufgabe gelegentlich österreichische Politik zu bewerten.

Begründung:
1. Die Bewertung österreichischer Politik zählt nicht zu den Hauptaufgaben der JöH.
2. Da wir eine österreichische Organisation sind, haben wir aber ein großes Interesse am Handeln des Staates Österreich.
3. Wenn dieses Handeln von uns als besonders positiv oder negativ erachtet wird, und wir es als notwendig erachten unsere Ansicht zu äußern, können wir das tun.
4. Wir sind eine leise Stimme der Zivilgesellschaft unter vielen, aber aus Sicht des Staates Österreich, als eine unabhängige Organisation studierender JüdInnen in Österreich, eventuell keine uninteressante.
5. Wir sehen uns insbesondere dann berufen, uns zu österreichischer Politik zu äußern, wenn diese Judentum, Studierende, Israel, oder unsere Grundwerte tangiert.

Antrag:
1. Die JöH sieht es als ihre Aufgabe gelegentlich die Politik der IKG zu bewerten und ist von dieser in ihrer Arbeit unabhängig.

Begründung:
1. Die Bewertung der Politik der IKG zählt nicht zu den Hauptaufgaben der JöH.
2. Da wir aber eine jüdische Organisation in Wien/Österreich sind, haben wir aber ein großes Interesse am Handeln der IKG.
3. Wenn dieses Handeln von uns als besonders positiv oder negativ erachtet wird, und wir es als notwendig erachten unsere Ansicht zu äußern, können wir das tun.
4. Wir sind in unserer Arbeit Unabhängig von der IKG und nur unseren Mitgliedern verpflichtet.
5. Wir sehen uns insbesondere dann berufen, uns zur Politik der IKG zu äußern, wenn diese Studierende, junge Menschen, unsere Unabhängigkeit oder unsere Grundwerte tangiert.
6. Wir sind daher bemüht, unsere Tätigkeit innerhalb Fraktionen der IKG streng von unserer Tätigkeit für die JöH zu trennen.
7. Gegenüber Versuchen eine Äußerung oder Stillschweigen der JöH hinsichtlich bestimmter Umstände welche Fraktionen der IKG tangieren, durch positive oder negative Anreize zu erreichen, sind wir stets wachsam.

Antrag:
1. Die JöH ist von allen politischen Parteien Österreichs unabhängig.

Begründung:
1. Manche unserer Mitglieder sind auch in politischen Parteien Österreichs aktiv.
2. Die JöH ist aber von diesen Parteien unabhängig.
3. Wir gehören daher weder einer regierenden Koalition noch einer Opposition an.
4. Es ist uns bewusst, dass es gelegentlich im Interesse der Regierung, oder einzelner Parteien liegen kann, die JöH zu vereinnahmen, und eine Zusammenarbeit mit der JöH als Legitimation bzw. Delegitimation zu instrumentalisieren.
5. Wir sind daher bemüht, unsere Tätigkeit innerhalb politischer Parteien streng von unserer Tätigkeit für die JöH zu trennen.
6. Gegenüber Versuchen eine Äußerung oder Stillschweigen der JöH hinsichtlich bestimmter Umstände welche politische Parteien tangieren, durch positive oder negative Anreize zu erreichen, sind wir stets wachsam.
7.Da wir in erster Linie von Werten, und nicht Interessen geleitet werden, ist Integrität unser oberstes Gebot.

Antrag:
1. Die JöH sieht es als ihre Aufgabe gelegentlich, wenn relevant, die Politik anderer Staaten und Organisationen als Österreich oder Israel zu bewerten.

Begründung:
1. Die Bewertung der Politik von Staaten und Organisationen, welche keine Beziehung zu Judentum, HochschülerInnen, Österreich oder Israel aufweist, gehört nicht zu den Hauptaufgaben der JöH.
2. Wenn eine solche Politik von uns als besonders positiv oder negativ erachtet wird, und wir es als notwendig erachten unsere Ansicht zu äußern, können wir das tun.
3. Wir sind eine leise Stimme der Zivilgesellschaft unter vielen, als eine unabhängige Organisation studierender JüdInnen in der Österreich, eventuell gelegentlich keine uninteressante.
4. Wir sehen uns insbesondere dann berufen, uns Vorgängen internationaler Politik zu äußern, wenn diese unsere Grundwerte tangieren.
6a. Damit sich die JöH nicht willkürlich zu einer jeden solchen Situation äußert, bedarf ein Engagement in Fragen, welche nicht den Kernbereich der JöH tangieren (Judentum, Österreich, Studierende, Israel) einer internen Diskussion unter Mitgliedern der JöH.

Antrag:
1. Die JöH verwendet die IHRA-Antisemitismus-Definition als ihre Definition für Antisemitismus
2. und setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Zivilgesellschaftliche Organisationen diese mittragen.

Begründung:
1. Die IHRA-Definition ist die wissenschaftlich anerkannteste und von den meisten jüdischen Organisationen adaptierte Antisemitismusdefintion.[1]

[1] http://www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/e_bibliothek/antisemitismus-1/was-ist-antisemitismus-oesterreich-nimmt-ihra-arbeitsdefinition-von-antisemitismus-an/40-15%20Beilage%20Definition.pdf

Antrag:
1. Die JöH muss sich für LGBTIQ+ Rechte einsetzen, insbesondere in Organisationen mit denen sie arbeitet.

Begründung:
1. Wie in der Gesellschaft allgemein, ist Diskriminierung von LGBTIQ+ auch in der jüdischen Gemeinde und in jüdischen Organisationen weit verbreitet.
2. Die meisten jüdischen Organisationen marginalisierten LGBTIQ+ Menschen.
3. Die JöH muss eine Kampagne für LGBTIQ+ Rechte veranstalten.

Antrag:
1. In ihren Veranstaltungen sollte die JöH eine Balance zwischen ihren drei Grundpfeilern, Politik, Kultur sowie Studentenleben erreichen.

Begründung:
1. Die JöH ist sowohl politischer als auch kultureller Repräsentant junger Jüdinnen und Juden und setzt sich für eine bestmögliche Studienzeit ein. Dies sollte sich auch in ihren Veranstaltungen wiederspiegeln.

Antrag:
1a. Die JöH sieht es als Minderheitenvertreter als ihre Aufgabe sich gegen jede Form von Rassismus, Xenophobie, Hass und jeglicher Form von Diskriminierung einzusetzen.

Begründung:
1. Gerade als junge Jüdinnen und Juden haben wir eine besondere Verantwortung uns solidarisch mit anderen Minderheiten die verfolgt oder diskriminiert werden zu zeigen.
1a. Im Wissen, dass gerade innerhalb der österreichischen Gesellschaft und der jüdischen Gemeinschaft Österreichs viele Vorurteile gegenüber Muslimen zum Ausdruck kommen, sehen wir uns gerade in dieser Hinsicht zu Aktivismus berufen.
2. Konkret soll die JöH mit anderen VertreterInnen der Zivilgesellschaft Kampagnen fahren um Rassismus sowohl in der jüdischen Gemeinde als auch in der österreichischen Gesellschaft zu bekämpfen.

Antrag:
1. Die JöH setzt sich dafür ein, dass Frauen sowohl in der JöH selbst als auch in jüdischen Strukturen besser repräsentiert werden.
2. Die JöH setzt sich als Ziel in ihren gewählten Rollen Geschlechterparität zu erreichen.

Begründung:
1. Die JöH erkennt an, dass sie selbst noch einen weiten Weg vor sich hat und Frauen derzeit unterrepräsentiert sind.
2. Die meisten jüdischen Organisationen werden von Männern geleitet, in den entscheidenden Positionen vieler jüdischer Organisationen sitzen größtenteils Männer.
3. Die JöH muss Vorreiter in diesem Feld werden, und versuchen dasselbe auch in anderen jüdischen Organisationen zu erreichen.
4. Die JöH muss gezielt Frauen fördern und einbinden.